{"id":9223,"date":"2016-04-02T17:20:12","date_gmt":"2016-04-02T15:20:12","guid":{"rendered":"http:\/\/dev.bcsss.org\/2016\/wien-2016-workshop-systems-medicine-systemoekologie-der-ernaehrung\/"},"modified":"2016-04-02T17:20:12","modified_gmt":"2016-04-02T15:20:12","slug":"wien-2016-workshop-systems-medicine-systemoekologie-der-ernaehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bcsss.org\/de\/2016\/wien-2016-workshop-systems-medicine-systemoekologie-der-ernaehrung\/","title":{"rendered":"Wien 2016 | Workshop  | Systems Medicine | System\u00f6kologie der Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Felix Tretter: \u201eSystem\u00f6kologie der Ern\u00e4hrung\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Am<strong>\u00a0Donnerstag, den 31. M\u00e4rz\u00a0<\/strong>und<strong>\u00a0Freitag, den 1. April 2016<\/strong>\u00a0fand im<strong>\u00a0Department Sozial\u00f6konomie der WU Wien<\/strong>\u00a0ein<strong>\u00a0BCSSS Workshop<\/strong>\u00a0des Arbeitsfeldes<strong>\u00a0Systems Medicine statt,\u00a0<\/strong>organisiert und geleitet von<strong>\u00a0Felix Tretter (BCSSS).<\/strong><\/p>\n<p>Diskutiert wurden Fragen zu<strong>\u00a0Systemtheorie, Ern\u00e4hrungs\u00f6kologie und Sozial\u00f6kologie<\/strong>.<\/p>\n<p>Bei dem Workshop wurde auf das Thema \u201eErn\u00e4hrung\u201c als Beispiel fokussiert, um die kulturellen, sozialen, \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Bedingungen vorherrschender kollektiver Ern\u00e4hrungsstile zu untersuchen. Dabei ging es insbesondere um die Betrachtung der Nebenwirkungen und der Konsequenzen in Hinblick auf Ressourcen- und Energieverbrauch, etwa beim Fleischkonsum, sowie das Ver\u00e4nderungspotenzial in Richtung vegetarischer (und veganer) Ern\u00e4hrung und den Gesundheitseffekten. Diskutiert wurde ebenso die Tendenz zu mehr regionalen und saisonalen Ern\u00e4hrungsstilen bei zus\u00e4tzlich st\u00e4rkerer Urbanisierung und Landflucht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bcsss.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/System\u00f6kologie-der-Ern\u00e4hrung-Felix-Tretter.jpg\"><img loading=\"lazy\" alt=\"System\u00f6kologie der Ern\u00e4hrung Felix Tretter\" src=\"https:\/\/www.bcsss.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/System\u00f6kologie-der-Ern\u00e4hrung-Felix-Tretter-300x224.jpg\" width=\"300\" height=\"224\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00a9 Felix Tretter<\/p>\n<p>Um sozio-\u00f6kologische Systeme (engl.: SES) zu gestalten, muss die Kopplung von sozialen Systemen mit ihren \u00f6kologischen Systemen verstanden werden. Dazu muss im Kontext der Nachhaltigkeitsdiskussion das \u00f6konomische System als drittes System mit in Betracht gezogen werden. So besteht, analytisch gesehen, bereits eine Art \u201eDrei- K\u00f6rper-Problem\u201c, wie es aus der Astrophysik seit hunderten von Jahren bekannt ist: ein exaktes Verst\u00e4ndnis der wechselseitigen Systemdynamiken ist nur n\u00e4herungsweise durch Nutzung empirischer Daten m\u00f6glich. Die Forschungslage wird versch\u00e4rft durch die heterogene Datenlage \u201eharter\u201c, quantitativer Daten der Naturwissenschaften (NW) und \u201eweicher\u201c, qualitativer Daten der Sozialwissenschaften (SW). F\u00fcr derartige \u201ehybride\u201c Modelle, die qualitative sozial- und quantitative naturwissenschaftliche Daten erfassen und Dynamiken explorieren sollen, bestehen wissenschaftstheoretische Probleme. Auch erscheinen datengetriebene Modellierungen mit umfangreichen Datenbanken und konzeptbasierte Modellierungen als zwei polare Modellierstrategien. So stellt sich die Aufgabe, zu pr\u00fcfen, inwieweit beispielsweise sozialer Wandel durch \u00f6kologische Ver\u00e4nderungen (etwa induziert durch Klimawandel) und damit verbundene \u00f6konomische Ver\u00e4nderungen auftritt oder soziokultureller Wandel \u00d6konomie und \u00d6kologie ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Essen als t\u00e4gliches physisches Bed\u00fcrfnis, die Art der Nahrung und der Stil des Essens sind auch wichtig f\u00fcr die Gesundheitssicherung, denn es k\u00f6nnen in der Folge Erkrankungen als Unter-, Fehl und \u00dcberern\u00e4hrung auftreten. Dar\u00fcber hinaus bestehen \u00f6kologisch zu hinterfragende, \u00f6konomisch bedingte Produktions- und Verteilungsstrukturen der Nahrungsmittel, mit oft sogar interkontinental sich erstreckenden Verkehrswegen mit hohen Energieverbrauch und CO2-Emissionen und Klimaeffekten. Besondere Brisanz bekommt diese Situation dadurch, dass Zweifel bestehen, dass eine Weltbev\u00f6lkerung von 10 Mrd. Menschen mangels ad\u00e4quater Agrarfl\u00e4che mit dem Ziel \u201egute Nahrung f\u00fcr alle\u201c noch ausreichend ern\u00e4hrt werden kann. Synthetische Agrar- und Lebensmitteltechnik ist eine kurzfristige Antwort, deren mittelfristige Bonit\u00e4t aber ungesichert ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein n\u00f6tiges Systemverst\u00e4ndnis sind Kooperationen zwischen Ern\u00e4hrungswissenschaften, Medizin, Psychologie, Agrarwissenschaften, \u00d6konomie, Soziologie, Kulturwissenschaften usw. nicht nur auf globaler Ebene sondern auch regional und lokal (\u201eWas isst die Stadt Wien, was will sie und was soll sie essen?\u201c) erforderlich. Im Gegensatz dazu werden n\u00e4mlich meist nur Einzelaspekte zum Thema Ern\u00e4hrung diskutiert, und die Rahmenbedingungen und die Folgen nur qualitativ er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Bisherige Modellierungen des Ern\u00e4hrungssystems st\u00fctzen sich haupts\u00e4chlich auf Aspektstudien, Datentabellen, oder Supply-Chain-Management Ans\u00e4tzen oder auf Systems Dynamics Modellierungen oder auf bio- bzw.- sozial \u00f6kologischen Ans\u00e4tzen. In der Ern\u00e4hrungs\u00f6kologie wird bisher qualitative Modellierung angewandt.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nBei dem Workshop wurden folgende Fragen diskutiert:<\/strong><\/p>\n<p>Welche Konzepte, Konstrukte und Techniken sind hilfreich f\u00fcr das Verstehen von Systemdynamik (wie zum Beispiel Selbstorganisation, sozialer Wandel usw.)<\/p>\n<p>Welche Methoden eignen sich f\u00fcr eine ad\u00e4quate Modellierung von SES?<\/p>\n<p>Wie wird die Differenz zwischen Natur- und Sozialwissenschaft \u00fcberbr\u00fcckt?<\/p>\n<p>Ist die Datenfixierung der Modellierung sinnvoll oder brauchen wir inhaltliche Konzepte?<br \/>\n(Effizienzkriterien der Modellierung, Sozial\u00f6kologie als Rahmen?)<\/p>\n<p>Verstehen &#8211; Erkl\u00e4ren &#8211; Beschreiben von komplexen adaptiven dynamischen Systemen<br \/>\nCAS: Wie komplex m\u00fcssen Modelle sein?<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen systemische Konzepte interdisziplin\u00e4r kommuniziert werden?<\/p>\n<p>Wie kann ein \u201eFlight-Simulator\u201c zur Ern\u00e4hruns\u00f6kologie konstruiert werden?<\/p>\n<p>Kann quantitative Modellierung (oder Schritte Richtung mehr quantitativer Modellierung)<br \/>\nim Bereich Ern\u00e4hrung gelingen? Wie? Wer kann dabei unterst\u00fctzen bzw. wer sollte zusammenarbeiten?<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir zu quantitativen Werten und Skalen qualitativer Faktoren gelangen, ohne uns im Detail zu verlieren, d.h. wie die bisherigen NutriMod-Modelle auf einer recht hohen Aggregationsebene.<\/p>\n<p>Wie beschreiben wir kausale Zusammenh\u00e4nge im Bereich Ern\u00e4hrung quantitativ?<\/p>\n<p>Was ist der Mehrwert von quantitativen Modellen gegen\u00fcber den bisherigen qualitativen Modellen mit NutriMod bzw. NutriMod+ST? Wozu brauchen wir sie? Welche inhaltlichen und methodischen Forschungsfragen w\u00e4ren spannend?<\/p>\n<p>Wer w\u00fcrde entsprechende Forschungsprojekte finanzieren?<\/p>\n<p><strong>Please find the presentation by Felix Tretter\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bcsss.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/System\u00f6kologie-der-Ern\u00e4hrung-Felix-Tretter.pdf\">here.<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\nOrganisation:<\/strong>\u00a0Felix Tretter (BCSSS)<br \/>\n<strong>Kontakt:<\/strong>\u00a0<a title=\"Linkification: mailto:felix.tretter@bcsss.org\" href=\"mailto:felix.tretter@bcsss.org\">felix.tretter@bcsss.org<\/a><\/p>\n<p><strong>Der Workshop war eine Veranstaltung in Kooperation mit:<\/strong><br \/>\nStudiengruppe \u201eSystemtheorie und Human\u00f6kologie\u201c,\u00a0<a title=\"DGH\" href=\"http:\/\/dg-humanoekologie.de\/www\/dghde\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Human\u00f6kologie (DGH, Berlin)<\/a><br \/>\nInternationale Gesellschaft f\u00fcr Interdisziplin\u00e4re Studien (IGIS, Wien)<br \/>\n<a title=\"Department Sozio\u00f6konomie WU Wien\" href=\"https:\/\/www.wu.ac.at\/soziooekonomie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Department Sozio\u00f6konomie (Wirtschaftsuniversti\u00e4t Wien)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Felix Tretter: \u201eSystem\u00f6kologie der Ern\u00e4hrung\u201c Am\u00a0Donnerstag, den 31. 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